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Friday, 13 February 2026
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Autonews: Rückgang der Einnahmen trotz steigender Preise – Erstmals seit einem Jahrzehnt

Der Automobilmarkt verzeichnete im Jahr 2025 einen realen Um

Autonews: Rückgang der Einnahmen trotz steigender Preise – Erstmals seit einem Jahrzehnt
عبد الفتاح يوسف
3 weeks ago
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[Country] - Ekhbary News Agency

Der Automobilmarkt hat im Jahr 2025 eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen: Zum ersten Mal seit 2015 ist der Umsatz im Geldwert gesunken, und das trotz eines spürbaren Anstiegs der Preise sowohl für Neuwagen als auch für Gebrauchtwagen. Diese paradoxe Situation wirft ein Schlaglicht auf die komplexen Dynamiken, die den globalen und insbesondere den russischen Automobilsektor beeinflussen. Die Zahlen, die von der Vereinigung „Russische Automobilhändler“ (ROAD) veröffentlicht wurden, zeigen, dass der Gesamtumsatz des Marktes für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge, sowohl neu als auch gebraucht, um 7,8% auf 13,8 Billionen Rubel zurückging. Dieses Ergebnis ist ein deutlicher Indikator dafür, dass die aggressiven Preissteigerungen die negativen Auswirkungen des physischen Rückgangs der Verkaufszahlen nicht ausgleichen konnten.

Die Aufschlüsselung nach Segmenten verdeutlicht das Ausmaß des Rückgangs. Auf Neuwagen entfielen im Jahr 2025 nur noch 33% des Marktes, was einem Umsatz von 4,61 Billionen Rubel entspricht – ein Rückgang von 18,4% im Vergleich zum Vorjahr. Der Gebrauchtwagenmarkt zeigte sich zwar widerstandsfähiger, verzeichnete aber ebenfalls einen Rückgang von 1,4% auf 9,18 Billionen Rubel, was einem Marktanteil von 67% entspricht. Gleichzeitig stieg der Durchschnittspreis für ein Neufahrzeug im Jahr 2025 um 6% auf 3,54 Millionen Rubel, während der Durchschnittspreis für ein Gebrauchtfahrzeug um 4% auf 1,35 Millionen Rubel anstieg. Diese Preiserhöhungen, die in früheren Jahren oft eine höhere Marktliquidität ankurbelten, konnten in diesem Jahr die sinkenden Verkaufszahlen nicht kompensieren.

Experten wie Vladimir Bespalov, leitender Analyst bei „Euler“, führen diese negative Umsatzentwicklung primär auf die Tatsache zurück, dass der Rückgang der verkauften Einheiten stärker ausfiel als die Preissteigerungen. Auf dem Primärmarkt wurden mehrere Faktoren dafür verantwortlich gemacht: eine Sättigung des Marktes nach einer Phase starker Nachfrage, eine leichte Verlagerung hin zu günstigeren Fahrzeugmodellen und eine Stärkung des Rubels, die importierte Fahrzeuge attraktiver machte. Dies schmälerte die Nachfrage nach heimischen oder teureren Modellen.

Auf dem Sekundärmarkt war die Situation zwar etwas stabiler, aber die gleichen makroökonomischen Faktoren wie eine allgemein alternde Fahrzeugflotte trugen ebenfalls zu den Herausforderungen bei. Die Analyse von Bespalov deutet darauf hin, dass die schiere Menge der verkauften Fahrzeuge eine entscheidendere Rolle für die Marktentwicklung spielt als die reine Preisgestaltung, wenn es um den Geldumsatz geht.

Nikolai Ivanov, Vertriebsdirektor für Neuwagen bei „Rolf“, stimmt dieser Einschätzung zu. Er betont, dass die bisher eher aggressive Steigerung der Durchschnittspreise nicht ausreichte, um den „ausfallenden“ Verkaufsumfang auszugleichen. Die Daten der ROAD stützen diese Aussagen: Die Verkäufe von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen auf dem Primärmarkt brachen um 16,4% auf 1,4 Millionen Einheiten ein, während der Rückgang auf dem Sekundärmarkt mit 2,4% auf 7,07 Millionen Einheiten moderater ausfiel.

Ilya Petrov, Direktor für Einzelhandelsvertrieb bei der AG „Avilon“, hebt die Bedeutung der Nachfragestruktur hervor – also das Verhältnis von Premium- und Massensegmenten sowie die allgemeine Kaufkraft der Verbraucher. Er bemerkt, dass ein Umsatzrückgang trotz steigender Preise keine ungewöhnliche Situation sei, sondern das Ergebnis einer Kumulation mehrerer ungünstiger Faktoren. Petrov erinnert auch daran, dass in Zeiten sinkender Neuwagenverkäufe der Gebrauchtwagensektor traditionell einen Teil des Einbruchs kompensiert, was auch für das Umsatzvolumen gilt.

Trotz der negativen Umsatzentwicklung im Geldwert sind die befragten Marktteilnehmer zuversichtlich, dass diese Situation nicht zwangsläufig zu Verlusten bei den Händlern führt. Sie betonen, dass die Rentabilität von Autohändlern von mehreren Faktoren abhängt, die über das reine Marktvolumen hinausgehen. „Aus Händlersicht ist die spezifische Rentabilität unser Hauptindikator“, erklärt Nikolai Ivanov. „Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage, Lagerbestände. Wir beobachten zwar die Marktgröße und den Umsatz, aber für uns sind das eher Indikatoren, die keine Garantie für die Rentabilität darstellen.“

Ilya Petrov bestätigt, dass eine geringere Marktkapitalisierung nicht automatisch Verluste bedeutet. Die finanzielle Performance eines Händlers hänge weniger vom Gesamtmarktvolumen ab als vom Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Er fügt hinzu, dass ein hoher Verkaufsumfang bei starkem Wettbewerb, begrenzter Nachfrage und niedrigen Margen möglicherweise wenig Gewinn einbringt. Umgekehrt könne ein Händler bei moderateren Verkaufsmengen, aber kontrollierten Kosten und einer klaren Preispolitik profitabel bleiben.

Mit Blick auf die Zukunft sind sich die Händler und Experten einig: Für 2026 wird eine Erholung des Automobilmarktes im Geldwert erwartet. Nikolai Ivanov prognostiziert eine positive Entwicklung, wenn die Verkaufszahlen neuer Autos mindestens 1,3 Millionen Einheiten erreichen und der Durchschnittspreis um 10–11% steigt. Vladimir Bespalov geht davon aus, dass die Marktgröße in diesem Jahr um 10–15% wachsen könnte. Diese positive Prognose stützt sich auf eine moderate Erholung der Nachfrage und potenzielle Preisanstiege, die durch Inflation und eine mögliche Abschwächung des Rubels begünstigt werden könnten. Eine schwächere Währung würde tendenziell die Preise für importierte Fahrzeuge erhöhen und damit auch den Gesamtumsatz des Marktes stützen.

Die Entwicklung des Automobilmarktes im Jahr 2025 ist somit eine komplexe Gemengelage aus rückläufigen Stückzahlen, steigenden Preisen und einer Verschiebung der Nachfragestruktur. Während der Geldumsatz einen historischen Rückgang verzeichnet, zeigen die Händler eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit, indem sie ihre Rentabilität durch kluges Management und Fokus auf spezifische Renditekennzahlen sichern. Die Aussichten für 2026 lassen auf eine Trendwende hoffen, die durch eine Kombination aus verbesserter Nachfrage, Inflation und Wechselkursschwankungen angetrieben werden könnte.

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