Iran - Ekhbary Nachrichtenagentur
Wie lange leben Zivilisationen? Physikalische Studie setzt zeitliche Obergrenze für technologisches Überleben
Eine der beständigsten Fragen der Wissenschaft, so die Legende, wurde einst bei einem Mittagessen gestellt: Wenn das Universum so riesig und alt ist, wo sind dann alle? Enrico Fermi, der Physiker, der maßgeblich an der Entwicklung des ersten Kernreaktors beteiligt war, soll über die Möglichkeit außerirdischen Lebens und dessen offenkliche Abwesenheit nachgedacht haben. Angesichts des Alters des Universums von etwa 13 Milliarden Jahren und der Tatsache, dass unsere Milchstraße Hunderte von Milliarden Sternen beherbergt, von denen viele wahrscheinlich Planeten in bewohnbaren Zonen haben, legt die statistische Wahrscheinlichkeit nahe, dass Leben lange vor der Entstehung unseres eigenen Planeten an vielen Orten entstanden sein sollte.
Dennoch bleibt die kosmische Stille bestehen. Wir entdecken keine Signale, empfangen keine Besucher und finden keine greifbaren Beweise für andere intelligente Präsenzen. Das ist der Kern des Fermi-Paradoxons, ein Rätsel, das seit über 75 Jahren ungelöst ist. Dies impliziert entweder, dass Leben extrem selten ist, oder, wie eine neue Studie nahelegt, dass fortgeschrittene Zivilisationen eine überraschend kurze Lebensdauer haben.
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Zwei Physiker der Sharif University of Technology in Teheran, Sohrab Rahvar und Shahin Rouhani, haben sich diesem kosmischen Rätsel aus einer neuartigen Perspektive genähert. Anstatt sich darauf zu konzentrieren, warum wir keine anderen Zivilisationen finden, haben sie untersucht, was die Stille selbst enthüllen könnte. Ihre Arbeit hat zu einem überzeugenden mathematischen Rahmen geführt, der die Existenzdauer technologisch fortgeschrittener Zivilisationen streng begrenzt.
Die Forscher gehen von der optimistischen Annahme aus, dass intelligentes Leben auf erdähnlichen Planeten relativ leicht entsteht. Angesichts der schieren Anzahl solcher Planeten in unserer Galaxie impliziert diese Prämisse die Existenz einer Vielzahl von Zivilisationen. Folglich muss die Abwesenheit jeglichen nachweisbaren Kontakts bedeuten, dass diese Zivilisationen nicht mehr existieren. Die Galaxie ist alt genug und die Entfernungen, obwohl riesig, sind für eine langlebige technologische Zivilisation, um sich schließlich durch Signale, Sonden oder groß angelegte Ingenieursleistungen bemerkbar zu machen, ausreichend navigierbar. Die harte Realität ist, dass wir nichts davon beobachtet haben.
Rahvar und Rouhani haben die Mathematik sorgfältig ausgearbeitet und die Konzepte der berühmten Drake-Gleichung erweitert – einer Formel zur Schätzung der Anzahl aktiver, kommunikationsfähiger außerirdischer Zivilisationen in der Milchstraße. Sie haben eine entscheidende Einschränkung bezüglich der elektromagnetischen Kommunikation einbezogen. Unsere Radioteleskope scannen den Himmel seit langer Zeit, sodass unser 'Lichtkegel' – die Region der Raumzeit, aus der Signale uns hätten erreichen können – die Geschichte der Galaxie für etwa die letzten 100.000 Jahre umfasst. Jede Zivilisation, die innerhalb dieses galaktischen Zeitrahmens nachweisbare Signale aussendet, hätte nach dem Prinzip längst gehört werden müssen.
Die Forscher argumentieren nachdrücklich, dass diese Stille nicht auf die Unzulänglichkeit unserer Technologie zur Erkennung schwacher Signale zurückzuführen ist, sondern eine tatsächliche Abwesenheit darstellt. Ihre Berechnungen deuten darauf hin, dass, wenn intelligentes Leben tatsächlich verbreitet ist, technologische Zivilisationen im Durchschnitt nicht länger als etwa 5.000 Jahre überleben können. Nicht Millionen von Jahren, nicht einmal Zehntausende. Fünftausend Jahre sind eine überraschend kurze Zeitspanne, insbesondere wenn man bedenkt, dass die gesamte aufgezeichnete Menschheitsgeschichte in dieses potenziell gefährliche Fenster fällt. In irgendeinem sinnvollen Sinne ist die Menschheit seit nur etwa 200 Jahren eine technologische Zivilisation, was uns statistisch gesehen an den Anfang unserer verletzlichsten Phase rückt.
Die Studie listet mit schonungsloser Ehrlichkeit die existenziellen Bedrohungen auf, die zu einer solch verkürzten Lebensdauer führen könnten: Asteroideneinschläge, Supervulkan-Ausbrüche, katastrophale Klimaveränderungen, globale Pandemien, Atomkrieg, unkontrollierte Entwicklung künstlicher Intelligenz und gefährliche Biotechnologie. Die Autoren ziehen Parallelen zu historischen untergegangenen Zivilisationen und zitieren Beispiele wie die Römer, die Maya und die Bewohner der Osterinsel, von denen sich keine von ihrem gesellschaftlichen Niedergang erholte. In unserer hochgradig vernetzten modernen Welt könnte eine zivilisationsbeendende Katastrophe zum ersten Mal in der Geschichte wirklich globalen Charakter haben.
Es ist wichtig zu beachten, wie Rahvar und Rouhani betonen, dass ihre Ergebnisse als "Obergrenzen, abgeleitet vom Fermi-Paradoxon, und nicht als Vorhersagen tatsächlicher Lebensdauern" interpretiert werden sollten. Die Mathematik schreibt nicht vor, dass Zivilisationen nach 5.000 Jahren untergehen müssen, sondern vielmehr, dass sie im Durchschnitt nicht viel länger überleben können, wenn wir die beobachtete kosmische Stille erklären wollen. Die Studie schließt andere Erklärungen nicht aus, wie z. B. dass Zivilisationen sich entscheiden, nicht zu kommunizieren, dass wir vielleicht zu den ersten intelligenten Arten gehören, die entstanden sind, oder dass die interstellaren Entfernungen einfach zu groß sind.
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Die der Gleichung zugrunde liegende Implikation ist jedoch schwer zu ignorieren. Die Galaxie könnte voller Zivilisationen sein oder gewesen sein, die aufstiegen, bemerkenswerte Dinge bauten, nach den Sternen griffen und dann verstummten, bevor sie jemand anderen erreichen konnten. Ob durch Selbstzerstörung durch Krieg oder Umweltmissmanagement oder die unbeabsichtigten Folgen ihrer eigenen fortschrittlichen Technologie, das Universum scheint der Langlebigkeit von Intelligenz eine strenge Grenze zu setzen. Die entscheidende Frage bleibt: Zu welcher Kategorie gehören wir?