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Sunday, 15 February 2026
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Deutschland: CDU-Generalsekretär fordert Umbau des "Bürgergeld"-Systems

Carsten Linnemann will Zuverdienstregeln verschärfen, um "le

Deutschland: CDU-Generalsekretär fordert Umbau des "Bürgergeld"-Systems
7dayes
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Deutschland - Ekhbary Nachrichtenagentur

Deutschland: CDU-Generalsekretär fordert Umbau des "Bürgergeld"-Systems

Berlin – Inmitten einer intensiven Debatte über die deutsche Sozialpolitik hat Carsten Linnemann, der Generalsekretär der Christlich Demokratischen Union (CDU), eine grundlegende Reform des "Bürgergeld"-Systems, des zentralen Sozialleistungsprogramms des Landes, gefordert. Diese Forderungen folgen auf jüngste Anpassungen des Systems, die Linnemann angesichts bestehender Herausforderungen, insbesondere des Potenzials zur "Ausnutzung" durch die Aufstockung von Nebeneinkünften, als unzureichend erachtet. Er kritisiert, dass die aktuelle Situation eine "legale Abgriff" von Sozialleistungen ermögliche.

In einem Interview mit der "Bild am Sonntag" betonte Linnemann, dass das Hauptziel seiner Vorschläge darin bestehe, einem "Status quo, in dem legal Sozialleistungen abgegriffen werden", ein Ende zu setzen. Er wies darauf hin, dass das derzeitige System, insbesondere die Regeln zur Berechnung von Zuverdiensten, verzerrende Anreize schaffe, die Menschen ermutigen, nur wenige Stunden pro Woche zu arbeiten und sich stark auf staatliche Leistungen zu verlassen. "Es gibt Menschen, die fünf bis zehn Stunden pro Woche arbeiten und mit Bürgergeld aufstocken", sagte der CDU-Generalsekretär. "So entsteht ein System, in dem legal Sozialleistungen abgegriffen werden. Damit muss Schluss sein."

Linnemanns Vorschläge deuten auf eine radikale Änderung der Art und Weise hin, wie zusätzliche Einkünfte für Bürgergeld-Empfänger angerechnet werden. Anstatt den Einzelpersonen zu erlauben, einen Teil ihres verdienten Einkommens zu behalten, während sie weiterhin Leistungen erhalten, plädiert Linnemann für eine strengere Anwendung des Prinzips "Wer mehr arbeitet, soll mehr behalten". Nach seinem Vorschlag soll jegliches zusätzliche Einkommen, das von Personen mit sehr geringer Stundenzahl erzielt wird, vollständig gegen ihr Bürgergeld angerechnet werden. "Wer nur wenige Stunden arbeitet, dem soll das Einkommen vollständig auf das Bürgergeld angerechnet werden", schlug er vor. "Erst wer mehr arbeitet, soll mehr behalten. Heute darf man die ersten 100 Euro behalten, danach werden 80 Prozent angerechnet – das setzt Anreize, wenig zu arbeiten. Das müssen wir umdrehen." Diese Änderung zielt darauf ab, die Empfänger zu ermutigen, Vollzeitbeschäftigung zu suchen oder ihre aktuellen Arbeitsstunden zu erhöhen, anstatt sich auf Leistungen zur Ergänzung ihres Einkommens zu verlassen.

Darüber hinaus wies Linnemann entschieden Forderungen bestimmter Parteien, wie der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), nach neuen Sozialabgaben auf Miet- und Kapitaleinkünfte zurück. Er bezeichnete solche Forderungen als "in der Sache falsch", da zwei Drittel der Deutschen bereits privat für ihre Altersvorsorge vorsorgen und auf diese Ersparnisse Solidaritätszuschlag (Soli) und Abgeltungssteuer zahlen, was Teil ihrer Altersplanung sei. "Wenn man dann auch noch Kapitalerträge verbeitragt, nimmt man Planungssicherheit und schafft Politikverdrossenheit, nicht Vertrauen", argumentierte Linnemann.

Anstatt neue Abgaben einzuführen, drängte Linnemann auf Maßnahmen, die auf eine langfristige Stabilisierung des Sozialsystems abzielen. Er schlug vor, dass die Politik die Beitragssätze zur Sozialversicherung schrittweise wieder in Richtung von 40 Prozent senken solle, um die Belastung für Einzelpersonen und Unternehmen zu verringern und die Nachhaltigkeit des Systems zu gewährleisten. Er glaubt, dass solche Schritte das Vertrauen in das Sozialsystem stärken und das Wirtschaftswachstum ankurbeln würden.

Zusätzlich betonte Linnemann die Notwendigkeit spürbarer Senkungen der Einkommensteuer. In seinem Interview mit "Bild am Sonntag" sagte er: "Ich finde, wir müssen mit der SPD über ein Reformpaket reden." Er schlug vor, die Einkommensgrenze, ab der der Spitzensteuersatz gilt, anzuheben. Derzeit greift dieser Satz bei einem Bruttojahreseinkommen von 68.000 Euro, aber Linnemann plädiert für eine Anhebung dieser Schwelle auf 80.000 Euro. "Ich plädiere dafür, dass der Spitzensteuersatz nicht schon bei 68.000 Euro Jahresbrutto greift, sondern erst bei 80.000 Euro. So flachen wir den Mittelstandsbauch ab und sorgen für Entlastung", erklärte er. Dieser Vorschlag zielt darauf ab, die Steuerlast für die Mittelschicht zu verringern, die Linnemann als einen wichtigen Motor der deutschen Wirtschaft betrachtet, und sie zu ermutigen, Ausgaben und Investitionen zu erhöhen.

Diese Vorschläge kommen vor dem Hintergrund der Vorbereitung Deutschlands auf die Einführung des neuen "Grundsicherung"-Systems, das "Bürgergeld" im März ersetzen wird. Während "Bürgergeld" eine Weiterentwicklung des früheren "Hartz IV"-Systems darstellte, könnten die von Linnemann vorgeschlagenen Änderungen auf eine potenzielle Rückkehr zu strengeren Sozialhilfepolitiken hindeuten, was Fragen nach dem Gleichgewicht zwischen sozialer Unterstützung und individueller Verantwortung aufwirft.

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