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Saturday, 14 February 2026
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Ben Shapiro führt einen Kampf innerhalb der MAGA-Bewegung

Der konservative Kommentator fordert Mitstreiter wegen Antis

Ben Shapiro führt einen Kampf innerhalb der MAGA-Bewegung
Matrix Bot
5 days ago
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Vereinigte Staaten - Ekhbary Nachrichtenagentur

Ben Shapiro führt einen Kampf innerhalb der MAGA-Bewegung

Ben Shapiro, der einflussreiche konservative Kommentator und Medienpersönlichkeit, befindet sich im Zentrum eines bedeutenden ideologischen Konflikts innerhalb der „Make America Great Again“ (MAGA)-Bewegung, die mit dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump in Verbindung gebracht wird. Dieser interne Konflikt, der kürzlich in einem Interview mit The New Yorker Radio Hour ans Licht kam, unterstreicht wachsende Bruchlinien innerhalb der amerikanischen Rechten, insbesondere in Bezug auf die Grenzen akzeptabler Diskurse und die Verbindungen zu extremistischen Elementen.

Shapiros öffentliche Persona ist seit langem durch seine scharfe Rhetorik und seine Bereitschaft, sich in kontroverse Debatten einzumischen, definiert. Seine Geschichte als Provokateur reicht bis in seine Jugendzeit an der UCLA zurück, wo er provokante Leitartikel für den Daily Bruin verfasste. Im Laufe der Jahre machte er mit kontroversen Aussagen Schlagzeilen, vom Etikettieren von Frauen, die Abtreibungen vornehmen lassen, als „Babykiller“ bis zur Behauptung der „Überlegenheit“ der westlichen Zivilisation. Ein besonders aufrührerischer Tweet aus dem Jahr 2010, in dem es hieß: „Israelis bauen gerne. Araber bomben gerne Scheiße und leben in offener Kanalisation. Das ist keine schwierige Frage. #settlementsrock“, fasst seinen oft konfrontativen Stil zusammen. Mit zweiundvierzig Jahren hat sich Shapiros Rhetorik nur geringfügig gemildert, wobei er eine feste, oft unnachgiebige Haltung zu kulturellen und politischen Fragen beibehält.

Trotz seiner kritischen Haltung zu bestimmten Aspekten von Donald Trumps Charakter – Shapiro räumt die finanzielle Korruption und moralischen Mängel des ehemaligen Präsidenten ein – war er ein konsequenter Verfechter der Trump-Präsidentschaft auf College-Campus und durch seinen weit verbreiteten Podcast „The Ben Shapiro Show“. Diese nuancierte Position hat es ihm ermöglicht, eine bedeutende Stimme im MAGA-Ökosystem zu bleiben, auch wenn er sich in dessen sich entwickelnder Landschaft zurechtfindet.

Der aktuelle Kampf rührt jedoch von Shapiros direkter Herausforderung an andere MAGA-Medienpersönlichkeiten, darunter den sehr einflussreichen Tucker Carlson, her. Shapiro hat deren angebliche Nachsicht, wenn nicht gar offene Unterstützung, gegenüber bekannten Antisemiten wie Nick Fuentes kritisiert. Diese Konfrontation stellt einen entscheidenden Moment für die MAGA-Bewegung dar und zwingt sie, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, mit wem sie sich verbünden will und welche Ideologien sie tolerieren wird. Die Auswirkungen reichen über die direkt beteiligten Personen hinaus und könnten die zukünftige Entwicklung der konservativen Bewegung in den Vereinigten Staaten prägen.

Die Zurückhaltung anderer prominenter Persönlichkeiten, wie J.D. Vance, Shapiro bei der Rüge von Carlson beizupfringen, verdeutlicht die Tiefe dieser internen Spaltung zusätzlich. Sie hebt eine Spannung hervor zwischen denen, die ideologische Reinheit und eine traditionellere konservative Haltung priorisieren, und denen, die bereit sind, populistischere oder sogar extremistische Verbündete im Streben nach politischer Macht zu umarmen.

Shapiros Karriere ist eng mit den Ursprüngen der modernen konservativen Medienlandschaft verbunden. Er arbeitete bei Breitbart, einer Publikation, die als Gründungsplattform für die MAGA-Bewegung diente. Beim Nachdenken über seine Zeit dort räumt Shapiro sowohl positive Aspekte als auch Bedauern ein. Sein Weg zu Breitbart begann nach seiner Tätigkeit bei Talk Radio Network, wo er mit syndizierten Moderatoren wie Michael Savage und Laura Ingraham zusammenarbeitete. Er wurde von Andrew Breitbart, dem Gründer der Website, den Shapiro seit seiner Zeit an der UCLA kannte, rekrutiert. Andrew Breitbarts vorzeitiger Tod im Jahr 2012, kurz nachdem Shapiro dazugestoßen war, veränderte die Führungsstruktur der Website dramatisch.

Dieses Vakuum führte dazu, dass Steve Bannon, der sich am Rande des Breitbart-Universums bewegt und einen Dokumentarfilm über Andrew gedreht hatte, von Andrews Geschäftspartner Larry Solov zum Präsidenten ernannt wurde. Bannons Amtszeit markierte eine signifikante Verschiebung in der redaktionellen Ausrichtung von Breitbart, das sich von dem, was Shapiro 2012-2013 als „ziemlich Mainstream-Konservative Website“ beschrieb, zu einer aggressiveren, populistischeren und schließlich Trump-orientierten Plattform entwickelte. Shapiro gibt zu, dass seine Beziehung zu Bannon nie reibungslos verlief, und merkt an, dass viele innerhalb der Breitbart-Infrastruktur Bannons Management und redaktionelle Entscheidungen kritisierten.

Dieser historische Kontext ist entscheidend für das Verständnis von Shapiros aktueller Position. Er erlebte aus erster Hand die Entwicklung von Breitbart und der breiteren konservativen Bewegung in die MAGA-Ära. Obwohl er Ted Cruz bei den Vorwahlen 2016 unterstützte und sich bei den allgemeinen Wahlen aufgrund seiner Unzufriedenheit mit beiden Kandidaten der Stimme enthielt, schloss er sich später der Trump-Präsidentschaft an. Sein aktueller Kampf gegen die wahrgenommene antisemitische Nachsicht innerhalb von MAGA kann als Versuch gesehen werden, die Bewegung zu dem zurückzuführen, was er als ihre prinzipiellen konservativen Wurzeln ansieht, weg von dem, was er für gefährliche extremistische Randgruppen hält. Dieser interne Kampf ist ein entscheidender Indikator für die anhaltende Neudefinition des Konservatismus in der zeitgenössischen amerikanischen Politik.

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