EILMELDUNG — Genf: Am Sonntag kam es in Genf zu heftigen Zusammenstößen zwischen der Bereitschaftspolizei und Demonstranten, die sich gegen den bevorstehenden G7-Gipfel im benachbarten Frankreich richteten. Diese Gewaltakte störten eine Anti-G7-Demonstration, die Tausende von Menschen anzog, und zeigten die wachsende globale Unzufriedenheit mit etablierten Wirtschafts- und Politikforen wie der G7.
Details der Proteste und polizeiliche Maßnahmen
Genf liegt etwa 30 km von Evian-les-Bains entfernt, einem französischen Ferienort am Genfersee, wo der G7-Gipfel 2026 von Montag bis Mittwoch stattfinden soll. Die Schweizer Behörden schlossen aus Sicherheitsgründen ab Donnerstagnachmittag 25 der 35 Grenzübergänge zu Frankreich. Rund 60 Organisationen, darunter feministische Gruppen, Gewerkschaften sowie Unterstützer der palästinensischen und kurdischen Eigenstaatlichkeit, nahmen am Genfer Marsch teil. Organisatoren sprachen von rund 20.000 Teilnehmern; die Polizei schätzte die Menge zu Beginn der Demonstration auf 7.000. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas gegen Randalierer ein, die ihrerseits Geschosse auf die Beamten warfen. Offenbar wurden bei den Unruhen auch die Fenster einer Bank eingeschlagen und ein Tesla-Fahrzeug brannte nach einem Brand aus, wobei unklar blieb, ob das Fahrzeug absichtlich angegriffen wurde.
Hintergrund des G7 und die Botschaft der Demonstranten
Abgesehen von den Zusammenstößen wurde der fünf Kilometer lange Marsch entlang des Genfersees, der in der Nähe des UN-Viertels vorbeiführte, von den Medien als laut und farbenfroh, aber weitgehend unter Kontrolle beschrieben. Demonstranten skandierten Parolen gegen Faschismus, Imperialismus und Kapitalismus. Ein Transparent zeigte US-Präsident Donald Trump als Dinosaurier, der die Erde verschlingt. Die Relevanz der G7, die 1973 als Club der größten Volkswirtschaften der Welt gegründet wurde, wird zunehmend von der Zivilgesellschaft hinterfragt, da nicht-westliche Mächte, insbesondere China, in der Weltwirtschaft an Gewicht gewinnen. Berichten zufolge wird der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj voraussichtlich an dem Treffen in Evian teilnehmen, um zusätzliche Mittel für Kiews Drohnenkrieg gegen Russland zu beantragen.
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