Ekhbary Nachrichtenagentur
Das kommende Rollenspiel "Signet City", entwickelt von Gareth Damian Martin, dem Schöpfer von "Citizen Sleeper", verspricht eine genreübergreifende Erfahrung, die als "Fungalpunk" beschrieben wird. Das Spiel schöpft Inspiration aus Horror-Manga, Musicals und der britischen Geschichte, um eine einzigartige Welt zu erschaffen.
Ein Parasit im Zentrum
In "Signet City" übernehmen die Spieler die Rolle eines Parasiten, der in einer brutalistischen, monochromen Stadt am Rande des Zusammenbruchs agiert. Diese Entität wird die Kontrolle über verschiedene menschliche Wirte übernehmen, ihre Handlungen lenken und eigene Ziele verfolgen. Diese Prämisse deutet auf eine tiefgründige und potenziell verstörende Erzählung hin.
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Vielfältige Inspirationsquellen
Martin hebt die Bedeutung seiner britischen Herkunft und der Geschichte des Vereinigten Königreichs hervor. "Ich wollte etwas schaffen, das auf dieser Identität und Geschichte aufbaut", erklärte er. Ein wesentlicher Einfluss stammt aus seiner Zeit in der Theaterdesign-Branche, insbesondere von einer Produktion über Sting und dessen Musical "The Last Ship", das die Krise der Schiffbauindustrie im Newcastle der 1980er Jahre thematisierte. Die visuellen Eindrücke von Newcastle in dieser Ära, mit riesigen Schiffen über kleinen Reihenhäusern, weckten in Martin die Vorstellung von "Science-Fiction, die in der Vergangenheit stattfand" – ein Echo des industriellen Niedergangs, der das Vereinigte Königreich prägte.
Auch Schlüsselmomente der britischen Geschichte, wie der "Winter des Unmuts" (Winter of Discontent) von 1978-1979, dienten als Ausgangspunkt. Diese Periode, gekennzeichnet durch extreme Kälte und landesweite Streiks, wird als eine Mischung aus Arbeitskampf und ökologischem Ereignis beschrieben, die zu wirtschaftlichen Verwerfungen und politischen Umwälzungen führte. Visuelle Anleihen finden sich auch in der britischen Sozialfotografie der 80er Jahre, insbesondere in den Werken von Tish Murtha, die das Leben der Arbeiterklasse und marginalisierter Gemeinschaften in Newcastle dokumentierte.
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Genreübergreifende Einflüsse
Überraschenderweise nennt Martin auch Filme wie "Tetsuo: The Iron Man" von Shinya Tsukamoto als Inspiration. Dieser japanische Kultfilm thematisiert die groteske Verwandlung eines Mannes in eine Mischung aus Fleisch und Metall. Martin sieht darin eine Parallele zur Entwicklung eines machtlosen Charakters, der auf beunruhigende Weise an Macht gewinnt. Auch der Manga "Abara" von Tsutomu Nihei diente als visuelle Referenz für die Darstellung großer, seltsamer, fast pilzartiger Kreaturen.