Spanien - Ekhbary Nachrichtenagentur
Nenuco-Hersteller Famosa bittet um Verlängerung des Gläubigerschutzes zur Rettung des Geschäfts
Famosa, der traditionsreiche spanische Spielzeughersteller hinter beliebten Marken wie Nancy, Nenuco und Barriguitas, sieht sich einer existenziellen Krise gegenüber, die sein Überleben bedroht. Das Unternehmen hat kürzlich bei spanischen Gerichten eine Petition zur Verlängerung seiner Gläubigerschutzfrist eingereicht. Dieser entscheidende Schritt soll dem Unternehmen die notwendige Zeit verschaffen, um seine komplexen Schulden umzustrukturieren und die Beschlagnahme von Geschäfts- und Privatvermögen abzuwenden.
Diese Bitte kommt zu einer Zeit, in der die globale Spielzeugindustrie erhebliche Turbulenzen erlebt und Unternehmen wie Famosa immensen Druck aussetzt. Das Unternehmen strebt an, die Kontinuität seines Betriebs in den kommenden Monaten zu sichern, während es gleichzeitig intensive Verhandlungen mit seinen Hauptgläubigern führt. Zu diesen gehören namhafte Finanzinstitute wie Santander, CaixaBank (Eigentümer der portugiesischen BPI), BBVA, Crédit Agricole und Banco Pichincha. Der Erfolg dieser Verhandlungen hängt maßgeblich davon ab, ob eine beträchtliche Anzahl von Gläubigern der Verlängerung der Schutzfrist zustimmt, die derzeit auf drei zusätzliche Monate begrenzt ist.
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Famosa ist traditionell stark auf die Ergebnisse der Feiertagssaison angewiesen, insbesondere auf Weihnachten, das den größten Anteil seines Jahresumsatzes ausmacht. Die aktuellen finanziellen Schwierigkeiten könnten jedoch einen Schatten auf diese vitale Periode werfen. Laut Dokumenten, die der spanischen Zeitung ElEconomista vorliegen, wurde der Antrag auf Verlängerung des Schutzes vor Vermögensbeschlagnahme von drei spanischen Einheiten der Gruppe eingereicht: Famosa Holdings SL, Fábricas Agrupadas de Muñecas de Onil und Play By Play Toys And Novelties Europe, letztere vertritt die Plüschtier-Sparte.
Die von Famosa erlebten Schwierigkeiten sind keine isolierten Vorfälle in der Branche. Der globale Spielzeugsektor kämpft mit zunehmenden Problemen. Im Jahr 2017 meldete der Einzelhandelsriese Toys "R" Us in den USA und Kanada Insolvenz an, belastet mit über 5 Milliarden US-Dollar Schulden. Seine iberischen Aktivitäten überlebten nur nach der Intervention einer portugiesischen Gruppe, obwohl dieser Anteil später an die italienische Gruppe Artsana verkauft wurde. In Portugal durchlief das Unternehmen Science4You aufgrund der Auswirkungen der Pandemie ebenfalls eine turbulente Zeit und überwand diese schließlich durch den Einstieg eines Private-Equity-Fonds, Atena Equity Partners, im Jahr 2022. Dieser Anteil wurde im September letzten Jahres an das Management und private Investoren veräußert.
Derzeit wartet Famosa auf den Abschluss des Umstrukturierungsprozesses seiner Muttergesellschaft, der italienischen Giochi Preziosi. Ähnlich wie Famosa verhandelt die italienische Gruppe über die Verlängerung ihres Gläubigerschutzzeitraums, wie Bloomberg im November letzten Jahres berichtete. Die Situation von Giochi Preziosi scheint jedoch noch prekärer zu sein; Berichten zufolge hatte das Unternehmen Schwierigkeiten, die Lagerbestände für die Hauptsaison zu sichern, und konnte seiner spanischen Tochtergesellschaft keine ausreichende finanzielle Unterstützung bieten. Diese doppelte Krise, bei der sowohl die Muttergesellschaft als auch die spanische Tochtergesellschaft gleichzeitig mit Schwierigkeiten konfrontiert sind, gefährdet die Zukunft ikonischer Marken wie Nenuco.
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Diese sich entwickelnde Situation dient als ernste Warnung für die gesamte Spielzeugindustrie, die anfällig für Veränderungen im Konsumverhalten, steigende Produktionskosten und intensiven Wettbewerb durch digitale Unterhaltung ist. Die Rettung von Famosa erfordert erhebliche Anstrengungen nicht nur von Seiten des Unternehmens und seiner Gläubiger, sondern auch des breiteren Marktes, um nachhaltige Lösungen zu finden, die die kontinuierliche Produktion dieser Spielzeuge gewährleisten, die seit Generationen Teil der Kindheit sind.