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Tuesday, 24 February 2026
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Israelischer Startup zielt auf die Wirtschaftlichkeit der hochauflösenden Erdbeobachtung ab

Innovatives computerbasiertes Bildgebungssystem verspricht,

Israelischer Startup zielt auf die Wirtschaftlichkeit der hochauflösenden Erdbeobachtung ab
7DAYES
8 hours ago
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Israel - Ekhbary Nachrichtenagentur

Israelischer Startup zielt auf die Wirtschaftlichkeit der hochauflösenden Erdbeobachtung ab

Ein israelischer Weltraum-Startup, Remondo, hat einen bedeutenden technischen Durchbruch angekündigt, der den kommerziellen Fernerkundungsmarkt grundlegend verändern könnte. Das Unternehmen behauptet, eine Methode entwickelt zu haben, um hochauflösende Bilder von Satelliten zu extrahieren, die klein genug sind, um in eine Handgepäcktasche zu passen. Sollte diese Behauptung im Orbit bestätigt werden, könnte dies die Kostenstruktur für die Beschaffung von Erdbeobachtungsdaten drastisch verändern.

Remondo plant, seine erste Mission im Jahr 2027 zu starten, die als entscheidender Test für sein innovatives Partial Aperture Imaging System (PAIS) dienen wird. Laut dem Unternehmen ist dieses System darauf ausgelegt, Bilder mit einer Auflösung von besser als 30 Zentimetern von kleinen, kostengünstigen Satelliten im niedrigen Erdorbit (LEO) aufzunehmen. Diese Entwicklung stellt eine Abkehr von herkömmlichen Ansätzen in der Erdbeobachtung dar.

Traditionell verlassen sich Satelliten, die eine solche optische Auflösung erreichen können, auf große, hochpräzise Teleskopanordnungen. Die Herstellungs-, Start- und Betriebskosten für diese hochentwickelten Systeme sind beträchtlich, was hochauflösende Daten oft nur staatlichen Stellen und großen Unternehmen mit erheblichen Budgets zugänglich macht. Remondos Ansatz zielt darauf ab, diese finanzielle Belastung zu verringern, indem ein Teil der Aufgabe von schwerer Hardware auf Rechenleistung verlagert wird.

Das Unternehmen, mitbegründet und geführt von CEO Ido Priel, hat erfolgreich 20 Millionen US-Dollar an Finanzmitteln von privaten Investoren und durch israelische staatliche Zuschüsse gesammelt, um seine proprietäre Nutzlast zu entwickeln. Zu den wichtigsten Unterstützern gehören namhafte Investmentfirmen wie 10D, Ace Capital Partners, 2i, Chartered Group, Starburst Ventures und Venture Israel.

Anstatt sich auf einen einzigen großen Spiegel zu verlassen, ist die PAIS-Architektur darauf ausgelegt, hochauflösende Bilder ohne die Notwendigkeit einer großen Teleskopöffnung zu erzielen. Priel erklärte, dass die Nutzlast mit kleinen Satellitenbussen kompatibel ist, wie z. B. CubeSats der Größe 12U oder 16U. Diese Kompatibilität eröffnet Wege für die Entwicklung kleinerer, agilerer Satelliten.

Bei der konventionellen optischen Bildgebung korreliert die Auflösung direkt mit der Zunahme des Aperturdurchmessers des Teleskops. Dieses Prinzip hat historisch das Design der meisten High-End-Erdbeobachtungsraumfahrzeuge bestimmt. Remondos System verfolgt jedoch einen anderen Weg. Es erfasst teilweise optische Informationen und rekonstruiert dann durch ausgefeilte Kalibrierungs- und Rechenverarbeitungsprozesse Bilder mit höherer Wiedergabetreue. Das Unternehmen hat bereits erfolgreiche Labortests und Simulationen mit einem Kollimator-Setup durchgeführt, das entfernte Ziele nachahmt. Der nächste entscheidende Schritt ist der Nachweis der Leistungsfähigkeit des Systems in der realen Weltraumumgebung.

Sollte dieser Ansatz wie beabsichtigt funktionieren, könnten kleinere Satelliten bald mit der Bildqualität konkurrieren, die typischerweise von viel größeren Raumfahrzeugen erzeugt wird. Dieser potenzielle Wandel hätte tiefgreifende Auswirkungen auf Regierungen und kommerzielle Betreiber, die hochauflösende Daten ohne die erheblichen Kapitalausgaben traditioneller Systeme suchen. Dies könnte den Zugang zu hochwertigen Erdbeobachtungsdaten demokratisieren.

Remondo stellt das PAIS-System diese Woche auf der Defense Geospatial Intelligence Konferenz in London offiziell vor. Diese Veranstaltung bietet eine wichtige Plattform, um neue Technologien Entscheidungsträgern und Experten aus den Bereichen Verteidigung und Nachrichtendienste zu präsentieren.

Die langfristige Strategie des Unternehmens verfolgt einen zweigleisigen Ansatz. Erstens beabsichtigt Remondo, eine eigene Satellitenkonstellation aufzubauen und Bilddienste als Service (Imagery-as-a-Service) anzubieten. Zweitens plant das Unternehmen, seine Hardware direkt an nationale Regierungen zu verkaufen, die die souveräne Kontrolle über die Missionsplanung und Datenerfassung anstreben. Dieses duale Modell bietet Flexibilität bei der Erfüllung vielfältiger Marktanforderungen.

Priel formulierte diese Vision: "Viele Länder wollen heute ihre eigenen Konstellationen haben, aber sie haben begrenzte Budgets, so dass sie entweder Kompromisse bei der Auflösung oder bei der Anzahl der Satelliten eingehen müssen. Wir glauben, dass sie mit unserer Technologie beides haben können." Dieser Ehrgeiz spiegelt ein tiefes Verständnis der Herausforderungen wider, denen sich Nationen im Bereich der Weltraumfähigkeiten gegenübersehen.

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