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Ex-Liverpool-CEO kritisiert dynamische Preise für WM 2026 als "dystopisch"

Der ehemalige Liverpool-CEO Peter Moore kritisiert die dynamische Preisgestaltung für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026 scharf. Er befürchtet, dass hohe Kosten und Zugangsbeschränkungen die Veranstaltung für echte Fans unzugänglich machen.

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International — Ekhbary Nachrichtenagentur

Peter Moore, ehemaliger Geschäftsführer des FC Liverpool, hat die dynamische Preisgestaltung für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026 scharf kritisiert und bezeichnet sie als Faktor, der zu einer "dystopischen" Atmosphäre beitrage. Moore äußerte in einem Interview seine Besorgnis darüber, dass Ticketpreise, die Berichten zufolge für das Finale über 2 Millionen US-Dollar erreichen und für ein Spiel der dritten Kategorie 2.000 US-Dollar betragen können, zusammen mit der "Gier" der Organisatoren, die Zugänglichkeit für normale Fans gefährden. Er betonte, dass dynamische Preise zwar in der Musikindustrie funktionieren mögen, aber nicht für ein globales Ereignis wie die Weltmeisterschaft geeignet sind, bei dem Hunderttausende von Menschen ihre Reisen lange im Voraus planen.

Kritik an FIFA und Ticketvergabe

Moore, der von 2017 bis 2020 an der Spitze des FC Liverpool stand, wirft FIFA-Präsident Gianni Infantino vor, die Situation falsch eingeschätzt zu haben. Er bemängelt, dass Tickets nun in den Händen von Bots und Spekulanten landen, die nicht die Absicht haben, die Spiele zu besuchen, sondern die Karten lediglich als handelbare Vermögenswerte betrachten. Diese Praxis, bei der die FIFA angeblich einen Anteil von 30 Prozent an den dynamischen Preisen einnimmt, sei "empörend". Die hohen Kosten erstrecken sich auch auf Transport und Visa, wobei Reiseverbote aus einigen teilnehmenden Ländern den Zugang für Fans weiter erschweren. Moore fragt sich, für wen diese Weltmeisterschaft eigentlich bestimmt ist, wenn die Welt nicht teilnehmen kann.

FIFA-Verteidigung und Gegenargumente

Die FIFA verteidigt die hohen Ticketpreise damit, dass die Weltmeisterschaft die einzige Einnahmequelle des Verbandes sei und die Erlöse zur Entwicklung des Fußballs in den 211 Mitgliedsnationen reinvestiert würden. Sie erwartet Einnahmen von über 11 Milliarden US-Dollar, davon 3 Milliarden US-Dollar allein aus Ticket- und Hospitality-Verkäufen. Moore kontert jedoch, dass die FIFA als gemeinnützige Organisation den Spielern und Fans dienen sollte und nicht darauf abzielen sollte, den größtmöglichen Gewinn zu erzielen. Er schlägt vor, die Preise zugänglicher zu gestalten und stattdessen vielleicht 8 Milliarden US-Dollar einzunehmen. Der MLS-Kommissar Don Garber hatte die dynamische Preisgestaltung als "gute Idee" bezeichnet und die Weltmeisterschaft mit dem Super Bowl verglichen, doch Moore weist darauf hin, dass der Super Bowl ein jährliches Ereignis ist, während die Weltmeisterschaft nur alle vier Jahre stattfindet und Fans aus anderen Ländern nicht an solche Praktiken gewöhnt sind.

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