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Sunday, 15 February 2026
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Holocaust-Gedenken: Lula kritisiert Antisemitismus-Vorwürfe

Holocaust-Gedenken: Lula kritisiert Antisemitismus-Vorwürfe
Ekhbary Editor
2 weeks ago
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Brasilien - Nachrichtenagentur

Holocaust-Gedenken: Lula veröffentlicht Erklärung inmitten Antisemitismus-Debatte

Brasília – Am internationalen Holocaust-Gedenktag hat der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva eine nachdenkliche Erklärung zur historischen Tragödie veröffentlicht. Die Stellungnahme erfolgte nur wenige Stunden, nachdem Flávio Bolsonaro, Sohn des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro, Lula öffentlich Antisemitismus vorgeworfen hatte.

Die Kontroverse entzündete sich an einer Äußerung Lulas aus dem Jahr 2024, in der er einen israelischen Militärangriff auf den Gazastreifen mit den Verbrechen Adolf Hitlers während des Zweiten Weltkriegs verglich. Flávio Bolsonaro nutzte eine Veranstaltung rechter Persönlichkeiten in Israel, um diesen Vergleich aufzugreifen und Lula als antisemitisch zu bezeichnen.

In seiner Reaktion auf den Vorwurf und zum Gedenken an die Opfer des Holocausts schrieb die offizielle Präsenz Lulas in den sozialen Medien: „Ein Tag, um derer zu gedenken, die ihr Leben verloren haben, und um den Millionen zerstörten Familien und dem Leid eines ganzen Volkes Solidarität auszudrücken. Ein Tag der Verteidigung der Menschenrechte, des friedlichen Zusammenlebens und der demokratischen Institutionen – grundlegende Elemente für eine gerechtere Welt, die wir zukünftigen Generationen hinterlassen wollen.“

Hintergrund der Kontroverse

Die brasilianische jüdische Gemeinschaft stellt ein einflussreiches Wählersegment dar, das sowohl von Lula als auch von Flávio Bolsonaro umworben wird. Die Äußerungen Lulas haben zu scharfen Reaktionen geführt und die politische Polarisierung in Brasilien weiter verschärft. Kritiker werfen dem Präsidenten vor, mit seinen Vergleichen historische Sensibilititäten zu verletzen und die Beziehungen zu Israel zu gefährden.

Befürworter Lulas argumentieren hingegen, dass der Präsident lediglich die Gräueltaten eines Krieges kritisiere und nicht die jüdische Bevölkerung oder den Staat Israel pauschal verurteile. Sie betonen, dass der Vergleich mit Hitler auf die militärische Vorgehensweise und deren Auswirkungen abziele, nicht aber auf eine generelle Gleichsetzung.

Die Veröffentlichung der Erklärung am Holocaust-Gedenktag ist als strategischer Schachzug zu werten, um die Bedeutung des Gedenkens hervorzuheben und gleichzeitig auf die Vorwürfe zu reagieren. Lula positioniert sich damit als Verteidiger der Menschenrechte und der Demokratie, während er gleichzeitig versucht, die Wogen zu glätten und eine Eskalation der diplomatischen Spannungen zu vermeiden.

Die Reaktion von Flávio Bolsonaro unterstreicht die anhaltende politische Auseinandersetzung zwischen den Anhängern von Lula und denen des ehemaligen Präsidenten Bolsonaro. Die Debatte um Antisemitismus und die Erinnerung an den Holocaust wird voraussichtlich weiterhin die politische Landschaft Brasiliens beeinflussen.

Die brasilianische Regierung betont ihre Verpflichtung zur Bekämpfung von Hass und Diskriminierung in jeglicher Form und ruft zu einem respektvollen Dialog auf, der auf Fakten und gegenseitigem Verständnis basiert.

[Link zur Nachrichtenagentur]